"Modo de volar"
Blatt 13 der Folge "Los Proverbios"Radierung, Aquatinta und Kaltnadel (?), entstanden 1820-1823Harris 260. III. 1., Delteil 214.24,5 x 35,0 cm auf 30,0 x 40,0 cmAus der ersten Auflage der Werkstatt Laurenciano Potenciano, Madrid, 1864 verlegt. Eines von 300 Exemplaren.Brillanter, farbsatter Abzug mit intensiver Aquatinta in der Darstellung des Himmels. Breitrandiges, in Höhe und Breite geringfügig beschnittenes Exemplar auf festem Velin, vor der Nummerierung im oberen rechten Plattenrand. Die Platten aller Blätter der Folge wurden schon vor der ersten Auflage verstählt.Die Umsetzung des von Leonardo da Vinci visualisierten Traumes der Menschheit vom Fliegen in der kongenialen künstlerischen Interpretation Goyas. Sie symbolisiert die Befreiung des Menschen durch seine eigenen Fähigkeiten. Dem suggestiv präsentierten Motiv des Fluges kommt dabei gleichzeitig auch eine unheimliche Dimension zu: Die fahle Dunkelheit der Szene birgt ebenso „die Ahnung des Sturzes, den er dann schließlich in seiner späteren Dädalus- und Icarus-Zeichnung dargestellt hat.“ (Jutta Held, in: Goya, Zeichnungen und Druckgraphiken, Frankfurt 1981). „Modo de volar ist als Quintessenz der verschiedenen Flugmotive der Caprichos und einiger Gemälde zu verstehen.“ (Hans Holländer, in: Goya Das Zeitalter der Revolutionen, Hamburg 1980).Hauptblatt innerhalb der Folge Los Proverbios und opus magnum im graphischen Schaffen des Künstlers. „Die Zeichnung ist in der Tat superb, und dies ist, nach unserer Meinung, nicht nur die beste Arbeit der Serie, sondern dazu eine der schönsten Kreationen des Künstlers.“ (Paul Lefort, Goya, S. 88-89).Provenienz: Collection Winzinger (Lugt 2600a).